Pflanzliche Fasern - Synthetische Werkstoffe

Hanf - Flachs - Sisal - Jute - Baumwolle - Kokos - technische Daten
Flachs, linum usitatissimum, auch Lein genannt, ist eine dikotyle (zweikeimblättrige), einjährige Pflanze. Aus dem Samen wird Leinöl und aus dem Stengelbast die Flachsfaser gewonnen.

Flachs ist wie Hanf eine der ältesten Kulturpflanzen. In Ägypten beispielsweise ist der Flachsanbau schon im 5. Jahrtausend v. Chr. nachweisbar (Mumienbinden).
Zwei Sorten des 60-100cm langen Krautes haben für die Weiterverarbeitung Bedeutung:
Faserflachs (Gespinstflachs) für die Fasergewinnung und Ölflachs für die Ölgewinnung.
Faserflachs hat längere Stängel und ist weniger verzweigt.
Flachs wird vorwiegend in den nördlichen gemäßigten Breiten angebaut. Die wichtigsten Anbauländer sind Russland, Weißrußland, China, Frankreich, Belgien und Ägypten.

Die Flachsfaser wird aus dem Stängelbast der Flachspflanze durch die sogenannte Röste gewonnen. Darunter versteht man einen durch Bakterien oder Pilzen bewirkten Verrottungsvorgang des Rindengewebes um die Bastfasern aus diesem herauszulösen. Während bei der Tauröste die geschnittene Pflanze bis zu 8 Wochen auf dem Feld aufgelegt und immer wieder gewendet werden, erfolgt bei der Kaltwasser- bzw. Warmwasserröste die Verrottung in einem Wasserbecken innerhalb weniger Tage.

Nach dem Rösten werden die Stengel gebrochen, anschließend durch Schwingen die Schäben (gebrochene Stängelstückchen) entfernt. Durch das Hecheln erhält man nun die Langflachsfaser für die Langflachsspinnerei. Als Nebenprodukt des Hechelns fallen Kurzfasern, das sogenannte Hechelwerg an, welches unter anderem zu Wergseilen, Wergbindfäden usw. weiterverarbeitet wird.

Durch Spinnen der Rohfaser entstehen je nach Faserlänge Werg- oder Langfasergarne, durch Zwirnen Werg- oder Langflachszwirne. Durch das Polieren von Flachs- oder Hanfzwirnen erhält man Bindfäden, durch Schnüren (Verseilen mehrere Zwirne) erhält man (Reep)Schnüre.
Seillitzen bestehen aus einem Garnbündel und werden durch Verseilen (Schlagen) zu Seilen weiterverarbeitet. Werden mehrere Seile durch den Kabelschlag noch einmal verseilt, entstehen entsprechend dickere, kablierte Seile.


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